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	<title>Marios digitaler Collegeblock</title>
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	<description>Student.  Bloggt zu IT, Politik, Medien, Bildung und anderem; immer aber eigene Meinung.</description>
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		<title>Euer erster Schultag</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 16:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Finnland]]></category>
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		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Das finnische Schulsystem soll ja mega-gut sein, heißt es: Tolle Lehrer, kleine Klassen, wenig Unterricht, super PISA. Das führt dazu, dass Lehrer angesehen sind und der Beruf entsprechend gefragt ist; und es führt dazu, dass fast alle Schüler die erste &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/euer-erster-schultag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das finnische Schulsystem soll ja mega-gut sein, heißt es: Tolle Lehrer, kleine Klassen, wenig Unterricht, super PISA. Das führt dazu, dass Lehrer angesehen sind und der Beruf entsprechend gefragt ist; und es führt dazu, dass fast alle Schüler die erste Schule erfolgreich abschließen und dass kaum jemand ohne Schulabschluss durch Finnland läuft. Oder eben umgekehrt: Also super Schüler, tolle Lehrer und deshalb ein Mega-Schulsystem. So oder so (Henne oder Ei?) &#8212; was ist mit den finnischen Eltern?</p>
<div id="attachment_855" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_3842.jpg"><img class="size-medium wp-image-855" alt="Finnische Flagge hinter einem Hügel" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_3842-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Für Eltern sind finnische Schulen überaus gut erreichbar. Nicht nur geografisch.</p></div>
<p>Auf den ersten Blick ist deren Welt der in Mitteleuropa sehr ähnlich. Laut Gesetz müssen die Eltern (also genau genommen natürlich &#8220;die Erziehungsberechtigten&#8221;) darauf achten, dass die Kinder die Schule besuchen und haben im Gegenzug das Recht, zu erfahren, wie die Kinder in der Schule so ab- und ob sie was aufschneiden. Außerdem, das erklärt mir Juhani, Vater zweier Töchter, macht man sich natürlich Sorgen, was für Lehrer die Kinder haben und mit welchen Methoden diese arbeiten. Man tausche sich mit Eltern anderer Kinder darüber aus und man schaue natürlich auch auf andere Schulen und Lehrer. Also wie in den PISA-ärmeren Regionen Europas auch.</p>
<p>Allerdings hat man in den PISA-ärmeren Regionen auch die Qual der Schulwahl, die gravierende (Qualitäts-) Unterschiede sowohl in Lehre und Schule, als auch im Bildungs- und Einkommensniveau der Eltern zutage bringt. Das fällt in Finnland weg &#8212; die ersten neun Jahre gibt es keine Schultypenwahl. Entsprechend müssten finnische Eltern weniger Bedenken haben, da sie ohnehin keine Wahl haben und die Leistung des Nachwuchses auch nicht durch den eigenen Status beeinflussen.</p>
<p>Juhani schüttelt energisch den Kopf und verweist auf schulische Unterschiede je nach Lage, Schulleitung und Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Seine jüngste Tochter steht kurz vor der Einschulung, das Thema ist für ihn also brandaktuell. Allerdings ist das ein subjektiver Eindruck, der wohl nur kleine Unterschiede aufzeigt. Studien über die finnische Bildung belegen nämlich, dass die Unterschiede in der Bildung auf lange Sicht quasi nicht existieren. Soll heißen: Egal, wo die Schule liegt, wie sau-blöd die Schulleitung auch sein mag und selbst wenn überhaupt keine Kinder mit Migrationshintergrund das Schulgebäude je betreten &#8212; das Ergebnis ist mehr oder weniger unverändert, Finnen sind einfach nicht ungebildet (Wow, doppelte Verneinung bei einem Satz über Bildung &#8230;).</p>
<p>Man könnte sagen, Eltern meckern hier auf hohem Niveau (Wobei Juhani nicht wirklich gemeckert, sondern auf meine Fragen und Provokationen reagiert hat.). Das hohe Niveau belegen übrigens auch andere finnische Feinheiten. So gibt es hier eine Art bundesweites Internet-Portal, das Schulen einsetzen (können), um die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern zu erhöhen. Das soll nicht nur Mitteilungsheft und Klassenbuch ersetzen, sondern auch durch &#8220;belanglosere&#8221; Informationen wie die Speisepläne in Kochunterricht und Mensa, Krankmeldungen, Prüfungsergebnisse, Events, Gäste und ähnliches ein Gefühl der Nähe für die Daheimgebliebenen (respektive die Erziehungsberechtigten&#8221;) erzeugen.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es natürlich Elternabende und sowas wie Elternsprechtage. Außerdem sind die Lehrer angehalten, für die Eltern auch einzeln offen zu sein, und zwar als Dienstleister. Im Klartext bedeutet das, dass sich berufstätige Eltern nicht nach der Sprechstunde des Lehrers, sondern der Lehrer sich nach den Arbeitszeiten der Eltern richtet. Treffen zwischen Eltern und Lehrer am Abend sind entsprechend keine Seltenheit.</p>
<p>Und noch ein Unterschied, der nicht nur die Eltern betrifft: An finnischen Schulen arbeiten mehr unterschiedliche Personen als an mitteleuropäischen Schulen. Die Rede ist von Schulschwestern (Krankenschwester mit Vorsorge-Weiterbildung für Kinder), Psychologen (für Schul-bezogene genauso wie Schul-ferne Themen), Sozialpädagogen (für die Klassen- und Schulintegration), Köche und Küchenpersonal (für die Schul-eigene Mensa), so genannte Assistenten (für die Lernaufsicht in zu großen Schülergruppen) und Speziallehrer (für leistungsschwächere Schüler). Das entlastet zunächst die Lehrer, die sich auf das Lehren, also das Vermitteln von Inhalten, konzentrieren können. Und es entlastet die Eltern, da in der ideal-typischen und perfekt funktionierenden finnischen Bildungs-Traumwelt keine Kinder gestresst und überarbeitet oder mit viel zu viel Hausaufgaben beladen nach Hause kommen. Die Eltern können sich also ebenfalls auf ihre Aufgabe konzentrieren und müssen nicht Zweitlehrer spielen.</p>
<div id="attachment_854" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_1961.jpg"><img class="size-medium wp-image-854" alt="Finnische Eltern und das Schulsystem." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_1961-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Finnische Eltern und das Schulsystem.</p></div>
<p>Nochmals kurz zurück zur Henne-Ei-Diskussion: Es könnte sein, dass diese Eltern-Freiheit (also dass man sich als Elternteil voll auf das Elternteil-sein konzentrieren kann) auch zu dem interessanten Gefälle der europäischen Geburtenraten führt. Demnach bringt die durchschnittliche Finnin nämlich 1,8 Kinder zur Welt. Das ist etwas mehr als der EU-Schnitt (1,6) und wesentlich mehr als Frauen in Deutschland oder Österreich (beide 1,4; <a title="Geburtenrate im Europa- bzw. EU-Vergleich" href="http://www.wko.at/statistik/eu/europa-geburtenrate.pdf">Quelle</a>). In der Henne-Version hieße das, dass es aus diversen Gründen (saukalt, immer dunkel, sonst wenig los, zuviel Alkohol, andere Klischees &#8230;) mehr Kinder gibt und dass sich der Staat daraufhin gezwungen fühlte, mehr Leute in die Schulen zu schicken, die sich um die Kinder kümmern. Die Ei-Variante spräche hingegen dafür, dass Eltern dank Bildungssystem ihr Dasein als Eltern so sehr genießen, dass sie einfach mehr Kinder haben.</p>
<p>Übrigens geht die Wissenschaft heute davon aus, dass es weder ein erstes Ei noch eine erste Henne gab; vielmehr existierte anfangs einfach nur ein undefinierbares Mittelding. Irgendwie unromantisch.</p>
<h1>Weiters &#8230;</h1>
<p>Mehr Infos über und für Eltern zum finnischen Schulsystem gibt es übrigens <a title="Etwas älterer, wissenschaftlicher aber sehr gut lesbarer Artikel eines österr. Bildungsforschers" href="http://www0.eduhi.at/verein/kreidekreis/zitiert/zitiert-0303/20030316Finnland.htm">hier</a>, <a title="Sammlung leicht verständlicher wissenschaftlicher Artikel zum finnischen Schulsystem" href="http://www.pisa-kritik.de/schule-in-finnland">hier</a> und <a title="Artikel zum Thema Eltern in finnischen Schulen in einem Sonderheft des Klett-Verlags" href="http://www.klett-pressebox.de/sixcms/media.php/273/KTD_37_s5-6.pdf">hier</a> (alle deutschsprachig). Und andere Beiträge von mir dazu finden sich <a title="Sein erster Schultag -- die finnische Schule aus Schülersicht" href="http://marioonline.at/2013/sein-erster-schultag/">hier</a>, <a title="Ihr erster Schultag -- eine Lehrerperspektive" href="http://marioonline.at/2013/ihr-erster-schultag/">hier</a> und <a title="Mein erster Schultag -- erste Eindrücke und ein Überblick" href="http://marioonline.at/2013/mein-erster-schultag/">hier</a>.</p>
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		<title>Südsüdwest</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 14:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn man in Helsinki die Fähre in Richtung Tallinn betritt, könnte man meinen, Estland sei der Finnen liebstes Urlaubsziel. Denn trotz Tagesausflugcharakter (die Fähre braucht 2 bis 2,5 Stunden) ist der Großteil der (überwiegend) Finnen mit Koffer unterwegs. Obwohl: Manche &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/sudsudwest/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man in Helsinki die Fähre in Richtung Tallinn betritt, könnte man meinen, Estland sei der Finnen liebstes Urlaubsziel. Denn trotz Tagesausflugcharakter (die Fähre braucht 2 bis 2,5 Stunden) ist der Großteil der (überwiegend) Finnen mit Koffer unterwegs. Obwohl: Manche der Koffer sehen überraschend leicht, geradezu leer, aus. Vielleicht sind Finnen aber auch einfach kräftiger.</p>
<div id="attachment_781" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_2859.jpg"><img class="size-medium wp-image-781" alt="Tallinns Stadtmauer zur Altstadt." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_2859-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Tallinns Stadtmauer zur Altstadt.</p></div>
<p>Wie dem auch sei &#8212; die Fähre in den Süden ist gut besucht, trotz zahlreicher Fahrten täglich. Doch schon kurze Zeit nach dem Ablegen erschließt sich dem Besucher der Grund: Estnischer Alkohol ist billiger als finnischer. Das fängt auf der Fähre an (der Fähren-eigene Laden verkauft quasi nur moderne Drogen &#8212; Alkohol, Zigaretten, Schokolade) und setzt sich auf dem estnischen Festland fort (Alkohol-Geschäft neben Alkohol-Geschäft neben Alkohol-Geschäft). Selbst Sackkarren bieten die Geschäfte zum Verkauf an, praktischerweise direkt bestückt mit dem Getränk der Wahl (Sackkarren voll Bier, Sackkarren voll Wein, Sackkarren mit halb Bier und halb Wodka, &#8230;). Ganz plötzlich machen auch die (bisher) leeren Koffer Sinn.</p>
<p>Davon abgesehen hat Tallinn aber auch anderes zu bieten. Die größtenteils sehr gut erhaltene Stadtmauer verleiht der Altstadt märchenhaftes und mittelalterliches Flair, die wenigen übrig gebliebenen Sowjet-Bauten erinnern an eine nicht allzu lang vergangene Zeit voller Machtdemonstration und Repression und die moderneren Viertel wie das Roterman Quarter zeigen eine moderne und junge Stadt. Das unterstreicht auch die kürzlich in Kraft getretene Regelung, dass öffentliche Verkehrsmittel in Tallinn gänzlich kostenfrei sind. Einfach einsteigen und fahren, ohne schlechtes Gewissen.</p>
<div id="attachment_782" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_2871.jpg"><img class="size-medium wp-image-782" alt="Tallinn als ideale Filmkulisse für eigentlich jeden Film?" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_2871-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Tallinn als ideale Filmkulisse. Für eigentlich jeden Film.</p></div>
<p>Kurzes Zwischenfazit: Zweieinhalb Stunden von Helsinki entfernt ist der Wein billiger (erheblich), das Wetter wärmer (weil südlicher) und die Öffis gratis. Diese Stadt und ich, wir verstehen uns. Eigentlich. Denn trotz zahlreicher deutscher Einflüsse (Tallinn war Hanse-Stadt) ist es mit dem wörtlichen Verstehen nicht weit her. Neben Ungarisch ist nämlich nur Estnisch mit der <del>simplen</del> finnischen Sprache verwandt (Beispiel gefällig? Die Nachtschicht heißt, und ich habe mich nicht vertippt, &#8220;töööö&#8221; oder auch, quasi der Einfachheit halber, &#8220;öötöö&#8221;.). Das heißt aber nicht, dass die Finnen estnisch können oder umgekehrt; die gut 1,3 Millionen Esten bestehen schließlich ebenso auf ihre eigene Sprache wie die etwa 5,3 Millionen Finnen.</p>
<div id="attachment_784" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9571.jpg"><img class="size-medium wp-image-784" alt="Zwischen den Gassen." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9571-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Zwischen Rigas Gassen.</p></div>
<p>Weiter geht es in Richtung Süden, vorbei am Kurort Pernau und entlang am Rigaischen Meerbusen, immer in Richtung &#8212; ja, man könnte es vom Namen des Gewässers ableiten &#8212; lettischer Hauptstadt Riga (Für alle, die das ohnehin wissen, hier das Wichtigste: Mitglied der EU aber nicht des Euro, 2 Mio. Einwohner, 700 000 davon in Riga, Fläche ein bisschen kleiner als Bayern, Sprache offiziell lettisch, russisch aber weit verbreitet, religiös ja, aber unsicher &#8212; größtenteils lutherisch, teils katholisch, teils russisch-orthodox, früher jüdisch.). Und Riga ist, das gleich vorweg, eine Reise wert. Da tummeln sich, in niedlichen Gassen genauso wie in etwas heruntergekommenen Seitenstraßen, jung-modern und alt-traditionell, alt-arm und neu-reich, Europäer und Russen. Viele Gegensätze also, die wunderbar zusammenpassen.</p>
<div id="attachment_785" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9641.jpg"><img class="size-medium wp-image-785" alt="Rigas Jugendstil." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9641-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Riga und sein Jugendstil.</p></div>
<p>Vom Jugendstil im Norden der Stadt etwa geht es über den Fluss Düna in Rigas riesige Markthallen im Süden. Zwischen Nüssen, getrockneten Früchten, und viel (wahlweise mit oder ohne Knoblauch) eingelegtem Gemüse verkauft man hier mehr oder weniger alles: Kleidung, Fleisch, Laser-Pointer, Werkzeug, Spielsachen, warmes und kaltes Mittagessen, Badesachen.</p>
<div id="attachment_786" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9788.jpg"><img class="size-medium wp-image-786" alt="Strandidyll in Jürmala." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9788-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Strandidyll in Jürmala.</p></div>
<p>Letztere sind insbesondere dann wichtig, wenn man, wie wir, einen Ausflug, westwärts, in das (ehemals Sowjet-) Spa-Gebiet Jürmala machen möchte. Das Strand-Areal liegt etwa eine halbe Zugstunde außerhalb Rigas und wirkt ein bisschen &#8212; und ich möchte damit niemandem zu nahe treten &#8212; wie Baywatch für Arme. Das mag einerseits daran liegen, dass wir im Winter da waren; Schnee am Badestrand sieht einfach falsch aus. Andererseits passen die blockigen Graubeton-Hotels und der blassblaue Bademeister-Hochsitz nicht so richtig in eine europäische Hauptstadt im Jahr 2013.</p>
<div id="attachment_783" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9477.jpg"><img class="size-medium wp-image-783" alt="Auf der Suche." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9477-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Auf der Suche.</p></div>
<p>Wieder zurück in Riga, der Hauptstadt des vor rund 800 Jahren gegründeten und vor neun Jahren der EU beigetretenen Lettlands. Seither hat sich in dem Land mit einem der geringsten BIP der EU viel getan: Vom Status des 2004 ärmsten EU-Landes hat es Lettland zum Land mit dem höchsten Wirtschaftswachstum bis 2007 gebracht. Seit 1990 ist darüber hinaus der CO<sub>2</sub>-Ausstoß um fast die Hälfte zurückgegangen und die Frauenquote ist, obschon nicht offiziell eingeführt, stark gestiegen &#8212; heute sind rund ein Drittel der lettischen Geschäftsführer weiblich.</p>
<p>Doch genug geschwärmt jetzt, es fehlt nämlich noch eine Station auf unserer Baltikum-Rundreise. Noch weiter südlich und dieses Mal auch ein bisschen westlicher &#8212; also geografisch gesehen. Auf nach Wilna.</p>
<div id="attachment_787" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9845.jpg"><img class="size-medium wp-image-787" alt="Wilnas Glaube und die Kirche." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9845-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Wilnas (einheitlicher) Glaube und die Kirche.</p></div>
<p>Das Erste, was einem auffällt, wenn man durch das Baltikum fährt, ist nichts. Denn zwischen den Städten ist so etwas wie Brachland. Ein paar Bäume, viel Fläche, vielleicht Seen (der Schnee hat uns da den Blick verwehrt), einige einzelne Holzhäuser. Die Städte sind da zunächst also schon Abwechslung genug. Doch Wilna scheint das nicht zu reichen. Denn die Hauptstadt Litauens (EU, ebenfalls kein Euro, 3 Mio. Einwohner, etwa 550 000 in Wilna, rund 1000 km² größer als Lettland, Präsident<em>in</em>, Sprache dem Lettischen ähnlich aber anders, Glaube einheitlich, größtenteils katholisch) fällt vor allem durch einen weiteren Aspekt besonders auf: Kirchen. Wohl deshalb wird Wilna laut Reiseführer und Wikipedia &#8220;Jerusalem des Nordens&#8221; genannt.</p>
<div id="attachment_788" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9986.jpg"><img class="size-medium wp-image-788" alt="Im Zentrum Wilnas bei Nacht." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9986-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Im Zentrum Wilnas bei Nacht.</p></div>
<p>Darüber hinaus wirkt Wilna ein bisschen wie Riga oder Tallinn &#8212; Altstadt, ein bisschen Moderne dazwischen, Verfall an den Rändern. Bloß mit weniger Altstadt, weniger Moderne und ähnlich viel Verfall. Das ist schade und merkwürdig zugleich. Denn Wilna, einst eine der größten Städte Osteuropas, ist seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe und war 2009, gemeinsam mit Linz, europäische Kulturhauptstadt. Ergo wäre wohl Geld für ein bisschen Aufbereitung vorhanden. Möglicherweise ist das schwache eigene Flair aber nicht der Politik oder der Geografie geschuldet, sondern den Bewohnern. Denn die werden stetig weniger: Noch vor fünf Jahren lebte etwa eine Viertelmillion Menschen mehr in Litauen, kurz nach dem Fall der Sowjetunion waren es gar 3,7 Millionen. Grund dafür ist einerseits ein Geburtenrückgang, andererseits die Auswanderung junger Litauer. Denn die Chance auf Arbeit ist anderswo deutlich höher; den Litauern zufolge insbesondere in Großbritannien und Irland.</p>
<p>Wir machen uns auf den Rückweg. Erst ein wenig Richtung Osten, dann in den Norden. Weit in den Norden. Kurz vor dem Tallinner Hafen kaufen wir noch Alkohol, damit der Koffer schwerer wird. Schließlich geht es mit der Fähre zurück nach Helsinki, wo vom &#8220;Charme&#8221; der ehemaligen Sowjetunion nichts mehr übrig ist. Nur auf eines können sich die Balten, Finnen und Russen offensichtlich einigen &#8212; auf Wodka.</p>
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		<title>Kult, Kitsch, Kokolores</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 10:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Feiertag]]></category>
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		<description><![CDATA[Vier Monate lang zeigt sich Helsinki als relativ ruhige Stadt, in der Leute ihren eigenen Dingen nachgehen und sich dabei möglichst nicht gegenseitig auf die Füße treten, und dann kommt dieser merkwürdige erste Mai. Vappu nennt man das hier, und &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/kult-kitsch-kokolores/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vier Monate lang zeigt sich Helsinki als relativ ruhige Stadt, in der Leute ihren eigenen Dingen nachgehen und sich dabei möglichst nicht gegenseitig auf die Füße treten, und dann kommt dieser merkwürdige erste Mai. <em>Vappu</em> nennt man das hier, und es verkörpert gleich mehreres in einem: Abiturienten/Maturanten bekommen ihr traditionelles Käppi (wie in Schweden), es ist Feiertag (wie fast überall), Studenten feiern (wie immer), es ist der Tag der Arbeit (auch wie fast überall) und scheinbar die ganze Stadt (Betrunkene wie auch Familien, Senioren wie auch Studenten) trifft sich im Stadtpark zum großen Picknick mit Käppi und Sekt &#8212; dem ersten großen Anlass, nach draußen zu gehen (und sich den ersten Sonnenbrand der Saison zu holen).</p>
<div id="attachment_812" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_3688.jpg"><img class="size-medium wp-image-812" alt="Ganz kurz nach Sechs. Im Bild: Schüler, Studenten, Absolventen, Amanda und das Fernsehen." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_3688-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ganz kurz nach Sechs. Im Bild: Schüler, Studenten, Absolventen, Amanda und das Fernsehen.</p></div>
<p>Moment, was ist passiert? Also es gibt da diesen 30. April, der hier auch schon Vappu genannt wird, quasi zusätzlich zum 1. Mai. Und es gibt diese weißen Käppis, die man in Schweden wie auch Finnland zum/r bestandenen Abitur/Matura bekommt. Und es gibt da diese Tradition. Ach was Tradition, Kult ist das! Also der Kult besteht jedenfalls darin, dass sich am 30. April um Punkt 18 Uhr (Finnen sind sehr pünktlich!) ganz Helsinki (gefühlt) um die Statue der Havis Amanda (&#8220;The Naked Lady&#8221;) versammelt, (noch) ohne Käppi. Bühne, Stimmung und Live-Übertragung ins nationale Fernsehen inklusive. Mit einem Kran werden dann um Sechs einige aktuelle Abiturienten/Maturanten zum Kopf der Havis Amanda gehoben, um sie mit dem Käppi zu besetzen. Es folgt Sektkorkengeknalle, Jubel und kollektives Käppi-aufsetzen. Irgendwie kitschig. Anschließend wird gefeiert. Und Tags darauf trifft sich ganz Helsinki (Dieses Mal abgezählt!) im Kaivopuisto, dem Stadtpark, zum Picknick. Auch hier überall Käppis, manche vom Zahn der Zeit verfressen, vergilbt, versifft; die neuen strahlend weiß wie nach der Zahnreinigung. Und zwischen Sektflaschen, Picknickdecken, Kinderwagen und Betrunkenen immer wieder die finnische Flagge.</p>
<p>Überhaupt sieht man die hier, verglichen mit den nationalen Fahnen in Österreich oder Deutschland (abgesehen von nationalen Fußball-Veranstaltungen) recht häufig (gut, im Vergleich mit den USA &#8230;). Einerseits an nationalen Feiertagen, andererseits an so genannten Flaggentagen. Und davon gibt es, insbesondere im Frühjahr, jede Menge. Hier eine Auswahl (Auswahl wohlgemerkt!):</p>
<ul>
<li>5.2., Runeberg-Tag: Nationaldichter und <a title="Runeberg und die Wirtschaft" href="http://marioonline.at/2013/runeberg-und-die-wirtschaft/">Kuchenliebhaber</a></li>
<li>12.2. (2013), Laskiais tiistai: Faschingsdienstag</li>
<li>28.2., Kalevala-Tag: Tag der finnischen Kultur</li>
<li>19.3., Minna-Canth-Tag: quasi die erste Finnin, die über Finninen ein Buch schrieb</li>
<li>9.4., Mikael-Agricola-Tag: Erfinder der simplen und eingängigen finnischen Sprache</li>
<li>23.4., Buch- und Rosen-Tag: in Anlehnung an den UNESCO-Tag des Buchs</li>
<li>27.4., Tag der nationalen Veteranen</li>
<li>1.5., Vappu: besagtes Käppi- und Picknick-Fest</li>
<li>12.5., Snellman-Tag: zweiter Tag der finnischen Kultur</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Hinzu kommen noch so Dinge wie Drei-König, alles im Zusammenhang mit Ostern oder Christi Himmelfahrt. Und natürlich das restliche Jahr &#8212; eine genauere Auflistung findet sich auch <a title="Die finnischen Feiertage im &quot;Skandinavien-Portal&quot;" href="http://www.elchburger.de/finnland/kultur/veranstaltungen">hier</a> und <a title="Finnische Flaggentage in der deutschen Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Finnlands#Flaggentage">hier</a>. Man kann es den Finnen bei der Menge an solchen weiß-blauen Tagen ja kaum vorwerfen, aber merkwürdig war die Situation am Tag der nationalen Veteranen ja schon, als ich unwissender Tourist in einem Kaffee den netten finnischen Barista nach dem Anlass des heutigen Flaggentags gefragt habe. Er wusste es nämlich nicht, war peinlich berührt und fragte daraufhin laut in seinen (recht kleinen) Laden hinein, ob es denn wer wüsste. Die acht anwesenden Kunden waren in diesem Moment aber offensichtlich so in die Preisschilder und Produkte vertieft, dass sie vor lauter Bücken und hinter Zetteln verstecken gar nicht antworten konnten. Die Frage war aber auch gemein.</p>
<div id="attachment_811" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9433.jpg"><img class="size-medium wp-image-811" alt="Beflaggt. Hier am Runeberg-Tag." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_9433-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Beflaggt. Hier am Runeberg-Tag.</p></div>
<p>Übrigens gehen Flaggentage hier häufig mit einem passenden Dessert einher. Von der Runebergintortu habe ich ja schon berichtet, am Faschingsdienstag, an dem hier kein Fasching, sondern eine Art studentische Apré-Ski-Party am Nachmittag mit Gruppen-Rodeln und schlechter DJ-Ötzi-Musik gefeiert wird (Kokolores!), gibt es eine Art Sahne-Pulla, an Ostern Mämmi (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4mmi">Mämmi</a>, dieses aus Roggen und Malz <del>hergestellte</del> gegärte, schwarze, Pudding-ähnliche Dessert, spaltet hier die Gemüter und erstaunt nicht nur optisch. Persönlicher Eindruck: Es wird nicht mein neues Leibgericht, aber schlecht finde ich es nicht.) und an Vappu tippaleipä, quasi ein frittiertes Nudelnest aus Hefeteig (Laut Wikipedia ist das unter dem Namen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strauben">Strauben</a> insbesondere im Süden Deutschlands, in Österreich und in der Schweiz bekannt; mir sagte es bislang nichts.).</p>
<div id="attachment_810" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_3704.jpg"><img class="size-medium wp-image-810" alt="Auch Musik ist an Vappu vor Ort." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/05/IMG_3704-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Auch Musik ist an Vappu vor Ort.</p></div>
<p>Aber apropos Brauch, der mir (nicht) bekannt vorkommt: Kurz vor Ende ihrer regulären Schulzeit feiern die angehenden Abiturienten/Maturanten hier eine Art Übergabe-Fest an ihre Nachfolger, also die neuen &#8220;Ältesten&#8221; einer jeden Schule. Ein bisschen ist das vergleichbar mit dem &#8212; zumindest in Vorarlberg bekannten &#8212; Käpplefest. Der große Unterschied besteht im Nachmittagsprogramm. Denn dann wird hier eine Parade veranstaltet, bei der die Schüler auf Lastwagen durch die Innenstadt gekarrt werden und Bonbons an die Anwesenden verteilen, die der neuen Vappu-Käppi-Träger-Generation dafür zujubelt.</p>
<p>Man bekommt den Eindruck, viele der Bräuche hier gehen nicht nur mit Süßspeisen, sondern auch mit Bildung (Autoren, Vappu, studentisches Rodeln, Schüler-LKW-Parade) einher. Macht vielleicht auch Sinn, da das Land schlichtweg nicht sonderlich alt ist (Finnland ist seit 1917 unabhängig.) und daher nicht derart viel ur-finnische Tradition hat. Das ist möglicherweise auch der Grund, warum der ursprünglich schwedische Vappu-Brauch im entscheidenden Moment seine Wurzeln zeigt. Denn bevor Amanda ihr Käppi bekommt, wird der finale Countdown nicht auf finnisch, sondern auf schwedisch gezählt. Statt kolme (3) also <em>tre</em>, statt kaksi (2) heißt es <em>två</em>, dann noch <em>ett</em> und <em>noll</em>. Übrigens stammt die Band zum passenden Song (Europe &#8212; The Final Countdown) ebenfalls nicht aus Finnland, sondern eben auch: aus Schweden.</p>
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		<title>Der skandinavische Kamm</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 08:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Stockholm]]></category>

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		<description><![CDATA[Finnland und Schweden über einen skandinavischen Kamm zu scheren, ist natürlich Quatsch. Die zwei Länder sind schließlich total verschieden. Beispiel: Während in Finnland etwa vor allen Dingen Frauen blond sind, scheinen in Schweden beide Geschlechter gleichermaßen blond zu sein. Oder &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/der-skandinavische-kamm/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_728" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3323.jpg"><img class="size-medium wp-image-728" alt="Stadt am Meer." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3323-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Stadt am Meer.</p></div>
<p>Finnland und Schweden über einen skandinavischen Kamm zu scheren, ist natürlich Quatsch. Die zwei Länder sind schließlich total verschieden. Beispiel: Während in Finnland etwa vor allen Dingen Frauen blond sind, scheinen in Schweden beide Geschlechter gleichermaßen blond zu sein. Oder der staatliche Alkoholverkauf &#8212; heißt hier (Finnland) Alko, dort (Schweden) Systembolaget. Und erst die Natur: Finnische Rentiere im Osten, schwedische Elche im Westen. Während die einen im finnischen Teil Lapplands leben, kommen die anderen hauptsächlich im schwedischen Teil Lapplands vor. Komplett unterschiedlich also.</p>
<p>Sieht aber keiner so. Stattdessen denkt man bei Skandinavien gerne an IKEA (eigentlich nur Schweden), manchmal an Nokia (eigentlich nur Finnland) und meist an teure Preise (gut, das stimmt).</p>
<p>Spaß beiseite; in Wahrheit haben die Länder sowohl viel gemein als auch jede Menge Eigenheiten. Wie bei H&amp;M (Schweden) und Angry Birds (Finnland): Beides total billig (Gemeinsamkeit), aber das eine ist Kleidung, das andere ein Handy-Spiel (Unterschied).</p>
<div id="attachment_726" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3109.jpg"><img class="size-medium wp-image-726" alt="Stockholm bei Nacht." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3109-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Stockholm bei Nacht.</p></div>
<p>Was will uns der Autor damit sagen? Also: Ich war in Schweden. In der Hauptstadt, um genau zu sein. Und das Vorurteil, dass Stockholm so anders im Vergleich zu Helsinki nicht sein kann, war am Anfang definitiv vorhanden. Kurz und gut: Ich wurde eines besseren belehrt.</p>
<p>Da ist zunächst das Stadtbild. Helsinki liegt am Meer, aber im Stadtkern bekommt man davon &#8212; abgesehen vom sommerlichen Geschrei der Möwen &#8212; nicht viel mit. Stockholm liegt ebenfalls am Meer, ist genau genommen auf 14 durch Brücken verbundenen Inseln angelegt, aber man kann dem Wasser gar nicht entkommen. Hinter jeder Ecke Meeresrauschen, das Gefühl von Urlaub ist allgegenwärtig.</p>
<div id="attachment_727" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3142.jpg"><img class="size-medium wp-image-727" alt="In Reih' und Glied." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3142-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">In Reih&#8217; und Glied.</p></div>
<p>Die Schweden scheinen außerdem (Oder deswegen?) ein noch Natur-verbundeneres Volk zu sein als die Finnen. Überall wird mit Öko- Strom, Bio-Anbau, sparsamem Verbrauch, saisonalen Produkten, rigider Mülltrennung, ausge-zeichneter CO<sub>2</sub>-Bilanz oder grünem Vorgehen geworben. Die Region Hammarby Sjöstad (zieht sich mehr oder weniger über zwei Stadtteile und wird ungefähr &#8220;Hämmärbi Schüstöäd&#8221; gesprochen) ist damit so erfolgreich, dass sie ihr ökologisches Heiz-, Kühl- und Recycling-System gar als &#8220;The Hammarby Model&#8221; exportiert (Das Model ist tatsächlich sehr interessant. Wer sich dafür interessiert, kann sich entweder <a title="Hammarby Sjöstad bei YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=TpITgSmk6rY">ein Video</a> dazu anschauen oder <a title="Das &quot;Hammarby Model&quot;" href="http://www.hammarbysjostad.se/inenglish/inenglish_model.asp">die Webseite</a> besuchen &#8212; beides in englischer Sprache.)</p>
<p>Und dann ist da natürlich die gänzlich unterschiedliche Entwicklung der beiden Länder: Während Schweden ein Königshaus, mehrere Schlösser, eine tausende Jahre alte Geschichte und ein ähnlich merkwürdiges Verhältnis zum Adel hat wie Großbritannien, hat Helsinki davon nichts. Stattdessen war Finnland für rund 1000 Jahre Teil Schwedens, bevor es die Russen übernahmen. Das erklärt die Zweisprachigkeit Finnlands, das häufige Auftauchen Schwedens in finnischen Erzählungen und die kulturelle Nähe &#8212; zumindest bis zu einem gewissen Grad.</p>
<p>In Schweden bekommt man davon nicht viel mit. Finnland ist Nachbar, mehr nicht.</p>
<div id="attachment_725" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3007.jpg"><img class="size-medium wp-image-725" alt="U-Bahn-Kunst" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3007-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">U-Bahn-Kunst</p></div>
<p>Schweden scheinen außerdem modebewusster (insbesondere die Männer) und noch familienfreund-licher zu sein als die Finnen. Und noch teurer sowie/aufgrund dessen nicht Teil der Währungsunion. So oder so, beide Städte sind absolut lebens- und auch liebenswert. Wenn wir jetzt also wieder über einen (skandinavischen) Kamm scheren wollen, dann würde ich, nach den beiden Hauptstädten befragt, zunächst einmal klarstellen wollen, dass beide einen Besuch wert sind: Helsinki und Stockholm sind beide unbedingt einen Besuch wert! Und unvoreingenommen (was ich ja nicht bin) würde ich vermutlich sogar Stockholm zuerst ansteuern. Helsinki ist schön, sofern man die schönen Ecken kennt. Diese Entdeckungsreise bleibt einem in der Hauptstadt Schwedens erspart, denn Stockholm hat mehr zu bieten als bloß ein paar billige Möbel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Mehr Fotos gibt&#8217;s wie immer <a title="Stockholm-Fotos bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/drphotomario/8643740687/in/set-72157633229266125/lightbox/">hier bei Flickr</a>.</p>
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		<title>Sein erster Schultag</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 14:11:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder und Jugendliche]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wichtigste vorweg: Heute gibt&#8217;s was zu gewinnen. Wer alle Anspielungen auf eine in Finnland recht bekannte deutsche Band im Text findet und sich zuerst meldet (mit richtiger Anzahl in den Kommentaren), erhält als Preis eine Postkarte aus Helsinki. Natürlich &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/sein-erster-schultag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Das Wichtigste vorweg: Heute gibt&#8217;s was zu gewinnen. Wer alle Anspielungen auf eine in Finnland recht bekannte deutsche Band im Text findet und sich zuerst meldet (mit richtiger Anzahl in den Kommentaren), erhält als Preis eine Postkarte aus Helsinki. Natürlich handgeschrieben und auf Wunsch sogar auf finnisch. Na dann los!</em></p>
<p>Aino ist am ersten Schultag sieben Jahre alt. Sieben. Nicht, wie sonstwo häufig üblich, sechs. Außerdem hat Aino relativ wenig Schule &#8212; im europaweiten Vergleich sogar am wenigsten, gemessen in Schulstunden. Und Aino sucht sich die Schule nicht wirklich aus; von einigen Ausnahmen abgesehen (für die deutsche oder explizit schwedische Schulen zum Beispiel) gehen in Finnland alle Kinder zur geografisch nächstgelegenen Schule. Keine Unterteilung in Haupt- und Realschule oder gar in spezielle &#8220;Förderschulen&#8221;, kein &#8220;Ich will&#8221;, keine Sperenzchen &#8212; alle finnischen Kinder sind Bildungs-technisch gesehen erstmal gleich.</p>
<div id="attachment_757" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3596.jpg"><img class="size-medium wp-image-757" alt="Schulbücher sind für Schüler in der Grundschule kostenfrei und bleiben im Eigentum der Schüler_innen." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3596-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Schulbücher sind für Schüler in der Grundschule kostenfrei und bleiben im Eigentum der Schüler_innen.</p></div>
<p>Diese (schulische) Gleichheit kennt aber zugleich ihre Grenzen: So gibt es in Finnland keine Schuluniformen wie in England oder Amerika. Auch die in Saunas übliche Trennung nach Geschlecht findet in Schulen selbstverständlich nicht statt. In Ainos Klasse sind 22 Kinder, eine typische aber nicht maximale Klassengröße. Es könnten durchaus mehr Schüler sein; bis zu 30, also im Grunde wie in Deutschland oder Österreich.</p>
<p>Bei meinem zweiten Schulbesuch fällt mir auf, was die Kinder noch miteinander verbindet. Kein Schuh am rechten Fuß, kein Schuh links. Zwei, drei, vier Sockenpaare überholen mich, als ich auf dem Weg zur Klasse bin. Lautlos wischen die Kinder quasi von einem Raum zum nächsten; der Fußboden glänzt.</p>
<p>Dabei wird in der Grundschule gar nicht so oft der Raum gewechselt. Es herrscht das Klassenlehrerprinzip, das heißt, man hat möglichst nur einen Lehrer für alle Fächer. Im Idealfall für die ersten sechs Schuljahre, im Realfall trifft das aber nicht immer zu. Die Idee ist, dass man sich auf den Stoff und nicht auf die wechselnden Lehrpersonen konzentriert.</p>
<p>Das scheint zu funktionieren. Bereits während der Grundschule lernen die Kinder englisch und schwedisch. Im Alter von 13 Jahren sind alle Finnen dreisprachig, manche beginnen dann mit französisch, spanisch, russisch oder deutsch. Aino hat keine Lust auf einen russischen Winter in Moskau, keine Sehnsucht nach einem Sommer in Berlin oder einem Frühling in Paris. Sie verzichtet deshalb auf weitere Sprachen, besucht lieber diverse Sport-Intensivkurse.</p>
<p>Moment: <em>Sie</em>? Der Titel des heutigen Beitrags lautet doch &#8220;<em>Sein</em> erster Schultag&#8221; und für den einen oder anderen (unter anderem für mich) klingt Aino eher nach einem Namen für Jungs! Stimmt. Aber Aino ist ein finnischer Mädchenname. Wechseln wir deshalb (damit der Titel auch Sinn macht) die Schule und besuchen Ainos Bruder <a title="Juhani ist einer der beliebtesten finnischen Vornamen für Jungs" href=" http://www.parents.com/baby-names/most-popular-in-finland/">Juhani</a> in der Oberstufe.</p>
<p>Wie Aino hat auch Juhani jeden Tag die Wahl zwischen zwei kostenfreien Mittagessen (eines davon vegetarisch) in der Cafeteria der Schule. Nur heute nicht &#8212; obwohl es kurz vor Mittag ist. Denn heute findet an Juhanis Schule ein Workshop-Tag statt; nach einem Foto-Schnupperkurs und Floorball kommt jetzt mein Teil. Juhani hat sich nämlich für meinen Kochkurs &#8220;Itävaltalainen erikoisuus&#8221; (= österreichische Spezialität) eingetragen.</p>
<p>Ich versuche zur Einstimmung ein wenig Wiener Blut durch die finnischen Venen zu pumpen, erzähle von Kaisern und Donau-Monarchie, von den diversen Dialekten und von Süßspeisen. Anschließend geht es an den Herd. Es gibt, natürlich, Kaiserschmarrn.</p>
<p>Die Kinder arbeiten sehr selbstständig und gemeinsam. Teamwork gehört in Finnland in jeder Schule dazu. Genauso wie Vertrauen. Unter anderem deshalb duzt man sich hier wohl überall. Und unter anderem deshalb lässt man mich wohl als quasi Fremden mit Schülern in die Schulküche. Ohne Kochlehrer, die Aufsicht halten.</p>
<div id="attachment_758" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/2013-04-20-12.14.31.jpg"><img class="size-medium wp-image-758" alt="Das Ergebnis: Apfelmus mit finnischen Äpfeln im Vorder-, Kaiserschmarrn (&quot;itävaltalainen erikoisuus&quot;) im Hintergrund." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/2013-04-20-12.14.31-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Ergebnis: Apfelmus mit finnischen Äpfeln im Vorder-, Kaiserschmarrn (&#8220;itävaltalainen erikoisuus&#8221;) im Hintergrund.</p></div>
<p>Zum Essen soll ich mich dann ans Ende der Tafel setzen, quasi den Vorsitz übernehmen. Ich fühle mich ein wenig wie ein weiser alter Mann, der aus einer fernen Galaxie berichtet. Als ich Staubzucker über meinen Kaiserschmarrn klopfe, sind vierzehn Augenpaare auf mich gerichtet; keiner scheint so wirklich glauben zu können, dass diese Österreicher auf die ohnehin schon süße Süßspeise auch noch Zucker klopfen. Als Hauptspeise. Ich mag &#8220;mein&#8221; Land in diesem Moment. Und die Kinder sind nach anfänglicher Skepsis auch überzeugt, ihr Kaiserschmarrn kann sich aber auch wirklich sehen lassen. Das Rezept (übrigens <a title="Kaiserschmarrn-Rezept" href="http://www.kuechengoetter.de/rezepte/Mehlspeisen/Kaiserschmarrn---luftig-und-locker-646871.html">dem hier</a> nachempfunden) macht inzwischen in finnischer Übersetzung die Runde, versetzt vermutlich gerade die finnische Mutter oder den Vater ins Staunen.</p>
<p>Der Tag endet für Juhani wie auch für Aino übrigens um spätestens halb Vier. Damit sie noch was von der Sonne haben, vermute ich. Denn zumindest in einem Punkt sind sich österreichische, deutsche und finnische Schulen sehr ähnlich: Schulgebäude sind funktional, aber nicht schön.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>P.S.: Als kleiner Tipp für das Gewinnspiel kann man sich auch durch die anderen Beiträge aus Helsinki wühlen (<a href="http://marioonline.at/category/bildung/auslandssemester/">hier gibt&#8217;s eine Übersicht</a>), um zumindest auf die gesuchte Band zu kommen.</p>
<p>P.P.S.: Mehr zum Schulsystem in Finnland gibt es auch <a title="Mein erster Schultag" href="http://marioonline.at/2013/mein-erster-schultag/">hier</a> und <a title="Ihr erster Schultag" href="http://marioonline.at/2013/ihr-erster-schultag/">hier</a>.</p>
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		<title>Bitte prokrastinieren Sie</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 15:14:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Prokrastinieren &#8212; dieses wunderschöne Wort ist bei Wikipedia definiert als &#8220;das Verhalten, als notwendig aber auch als unangenehm empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen.&#8221; Man könnte auch &#8220;Aufschieben&#8221; dazu sagen. Klingt aber weniger wichtig. So oder &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/bitte-prokrastinieren-sie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Prokrastinieren &#8212; dieses wunderschöne Wort ist bei <a title="Der Artikel zu Prokrastination bzw. eben Aufschieben bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prokrastination">Wikipedia</a> definiert als &#8220;das Verhalten, als notwendig aber auch als unangenehm empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen.&#8221; Man könnte auch &#8220;Aufschieben&#8221; dazu sagen. Klingt aber weniger wichtig. So oder so, auch das weiß man bei Wikipedia: Aufschieben oder eben Prokrastinieren &#8220;gilt als schlechte Arbeitsgewohnheit.&#8221; So schaut&#8217;s aus!</p>
<p>Ich prokrastiniere in diesem Moment. Anstatt mich auf eine Prüfung vorzubereiten, die Hausaufgabe zu erledigen oder eine Präsentation zu erstellen, schreibe ich hier. <em>Obwohl</em> (bzw. nach Prokrastinationslogik: <em>Eben weil</em>) der universitäre Stress gerade <del>Haim&#8217;sche</del> heimische Ausmaße annimmt.</p>
<div id="attachment_741" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3584.jpg"><img class="size-medium wp-image-741" alt="Die Uni-Bibliothek von unten." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3584-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Die Uni-Bibliothek von unten.</p></div>
<p>Dabei kann man durchaus Mitleid mit mir haben, wie ich finde. Ich zitiere aus meinem neben mir offen liegenden Buch (Als Prokrastinierer muss man immer und überall Dinge so platzieren, dass sie einen daran erinnern, dass man gerade kontraproduktiv ist.) von Barbara Byrne mit dem klingenden Titel &#8220;Structural Equation Modeling With Mplus&#8221; von Seite 211, zweite Hälfte des obersten Absatzes:</p>
<blockquote><p>Relatedly, then, this specification indicates that the latent means of Factors 1, 2, and 3 are fixed at zero for both groups. The reason for this specification derives from the fact that in multigroup analysis, Mplus, by default, fixes factor means and intercepts to zero for the first group; these parameters are freely estimated for all remaining groups.</p></blockquote>
<p>Gut, der Kurs ist selbst gewählt, das Buch persönlich gekauft und der Dozent wirklich gut. Nichtsdestotrotz ist es anders, Kurse auf Englisch zu haben. Trotz eigentlich ganz angemessener Englischkenntnisse, wie ich finde. Auch in anderen Fachbereichen, etwa der Politik-, der Kommunikationswissenschaft oder der Soziologie, erfordert es Umdenken, wenn plötzlich vom &#8220;häibärmäischiän model&#8221; die Rede ist (es geht um Habermas). Im Grunde ist es aber gut machbar &#8212; und stärkt auf jeden Fall die Fremdsprachenkenntnisse. Je länger ich darüber nachdenke, desto besser fände ich es, wäre man auch in Deutschland oder Österreich als Student verpflichtet, manche (Standard-) Kurse in englischer Sprache zu besuchen. Müssen die Finnen (und Schweden) hier ja auch und geschadet hat es ihnen sicher nicht.</p>
<p>Weitere Unterschiede im Uni-System sind übrigens ebenfalls schnell gefunden: Kurse sind angenehm klein (In keinem meiner Kurse saßen bisher mehr als 35 Leute.), die Betreuung durch die Dozenten angenehm und Rechenzentrum sowie Bibliothek sind wunderbar (Vielleicht mit ein wenig zu wenig Arbeitsplätzen ausgestattet &#8212; um hier auch mal Kritik anzubringen). Hinzu kommen die Zusatzdienste wie das gut genießbare und äußerst preiswerte Mensa-Essen, die Unisport-Fitnesscenter und die eigens für Studenten zuständigen Ärzte und Krankenpfleger. Die Umstellung von deutscher auf finnische Uni fiel mir entsprechend nicht sonderlich schwer.</p>
<p>Die Prokrastination fühlt sich mit der Zeit übrigens gar nicht mehr so prokrastinierend, respektive ein schlechtes Gewissen erzeugend, an. Eher im Gegenteil: In meiner aktuellen Schreiblaune bekomme ich zunehmend das Gefühl, doch was zu arbeiten. Und wenn ich mir das Bloggen noch weiter schönreden will, dann geht das auch gut damit, dass ich mir gerade über die finnische Uni-Kultur den Kopf zerbreche und so sozusagen genau das mache, was man von ERASMUS-Studenten eigentlich erwartet: Die Kultur kennenlernen.</p>
<div id="attachment_740" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3589.jpg"><img class="size-medium wp-image-740" alt="Die Uni-Bibliothek von oben." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_3589-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Die Uni-Bibliothek von oben.</p></div>
<p>Zurück zu den Unterschieden zwischen deutscher und finnischer Universität. Etwas gewöhnungsbedürftig ist hier die Stundenplanung. Das liegt daran, dass es zwar ein Semester aber keine Vorlesungszeiten per sé gibt. Stattdessen ist das Semester in zwei Teile aufgeteilt, an die sich niemand halten muss. Die Kurse finden dann statt, wie das der Dozent gerne hätte. Also etwa einmal wöchentlich im ersten Teil des Semesters. Oder zweimal wöchentlich über das ganze Semester. Oder geblockt in Woche vier des zweiten Teils des Semesters. Oder aufgeteilt &#8212; einmal in Woche acht des ersten Teils und viermal in den Wochen sechs bis neun des zweiten Teils. Das hat Vor- und Nachteile.</p>
<p>Zu den Vorteilen zählen die flexiblen Kursleistungen. Man kann sich also treffen, dann Präsentationen vorbereiten und sich dann wieder treffen. Oder eben klassisch wöchentlich Vorlesungen abhalten. Oder doch den Kurs geblockt veranstalten, dann Hausarbeiten schreiben und diese einige Wochen später nachbesprechen. Alles kein Problem. Der größte Nachteil ist wohl der Planungsaufwand, weil man als Student schon weit im Voraus alles organisieren muss (zumal auch eine gewisse Punkteanzahl erreicht werden soll).</p>
<p>Nun bin ich anfangs davon ausgegangen, dass dieses System wunderbar flexibel ist und für die Studierenden ultimative Freiheit mit sich bringt. Von wegen. Irgendwie sprechen sich die Dozenten wohl doch ab oder es gibt einen geheimen Dozenten-Terminkalender, in dem versucht wird, alle Prüfungs- und Abgabetermine trotzdem wieder auf einen Zeitpunkt zu legen. Jedenfalls herrscht jetzt, kurz vor <em>Vappu</em> (dazu in bälde mehr), Stress an allen Fronten. Nicht nur bei mir. Deshalb sollte ich jetzt eigentli&#8212;</p>
<p>Mir fällt ein, ich habe noch gar nicht von Stockholm berichtet. Und auch ein Bericht zur Baltikum-Reise steht noch aus. Und den optimalen Helsinki-Urlaub könnte ich auch einmal in Worte fassen; jetzt, nachdem ich schon für mehrere Kurzbesucher so etwas versucht habe, zu organisieren. Und Helsinki aus der Sicht eines Kindes wäre auch ein Beitrag wert. An Ideen mangelt es wohl nicht. Ebensowenig an Arbeit. Anstatt zu prokrastinieren könnte ich also genausogut die Arbeit, die sich links und rechts von mir stapelt, erledigen, und ganz im Sinne <a title="Tocotronics Lied 'Bitte oszillieren Sie' bei YouTube" href="http://www.youtube.com/watch?v=JWAAbmps_Zs">Tocotronics</a> von Arbeit A zu Arbeit B und wieder zurück wechseln. Wie ein Pendel. Bitte oszillieren Sie.</p>
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		<title>Brutaler Prunk</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 12:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[St. Petersburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Die (jüngere) Geschichte Finnlands lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen: Die Herrschaft Schwedens (rund 700 Jahre), die Herrschaft Russlands (rund 200 Jahre) und die Unabhängigkeit des Landes (seit 1917). So gesehen arbeite ich mich rückwärts vor &#8212; mit der &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/brutaler-prunk/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_713" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2673.jpg"><img class="size-medium wp-image-713" alt="Zwischen Kirche und Kanal." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2673-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Zwischen Kirche und Kanal.</p></div>
<p>Die (jüngere) Geschichte Finnlands lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen: Die Herrschaft Schwedens (rund 700 Jahre), die Herrschaft Russlands (rund 200 Jahre) und die Unabhängigkeit des Landes (seit 1917). So gesehen arbeite ich mich rückwärts vor &#8212; mit der Ankunft in Helsinki, dem kürzlich absolvierten Besuch in St. Petersburg und schließlich dem Trip nach Stockholm. Heute geht es um zweiteres.</p>
<p>Wir kommen nach Russland mit der Fähre. Nicht, weil Schiffe meine heimliche Leidenschaft sind oder weil ich auf viel zu kleine Betten in viel zu engen Kabinen stehe; sondern schlicht, weil die russischen Behörden bei Einreise per Fähre ein kostenfreies 72-Stunden-Touristen-Visum in Aussicht stellen. Entsprechend dauert unser Aufenthalt in Russland ein bisschen weniger als 72 Stunden. Die Überfahrt dauert gefühlt genauso lang (tatsächlich dauert sie jeweils 15, also insgesamt 30, Stunden).</p>
<p>Mit der 72-Stunden-Genehmigung in der Tasche wollen wir die Stadt zunächst per Bus erkunden. Unser Reiseleiter, ein Russe und Wahl-St.-Petersburger (&#8220;for some 25 years now&#8221;), schwärmt von der Stadt Peters dem Großen, die 1703 als neue Hauptstadt Russlands erbaut wurde. Doch bevor wir überhaupt etwas von der Fünf-Millionen-Metropole zu Gesicht bekommen, stehen wir im Stau. Denn das Auto, das lernen wir schnell, scheint sowohl das liebste Fortbewegungsmittel als auch das größte Statussymbol der Petersburger zu sein: Getönte Scheiben, glühende Motoren, glänzende Felgen &#8212; man zeigt hier gerne, was man hat. Wenn man hat.</p>
<div id="attachment_712" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2519.jpg"><img class="size-medium wp-image-712" alt="Warten auf das Bernsteinzimmer." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2519-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Warten auf das Bernsteinzimmer.</p></div>
<p>Das war offensichtlich auch früher schon so. Erstes Beispiel dafür ist der rund 25 Kilometer außerhalb der Stadt liegende Katharinenpalast &#8212; benannt nach Katharina I. (nicht zu verwechseln mit Katharina der Großen, zu der wir noch kommen; Katharina I. war Ehefrau Peters des Großen), die den Bau in Auftrag gegeben hat. Der Palast ist schnell zusammengefasst: Bling-Bling, Barock und Bernsteinzimmer; im Sommer Touristenmagnet, im März, unserem Besuchsmonat, ziemlich zuschauerarm.</p>
<p>Ein weiterer Beleg dafür, dass man hier gerne zur Schau stellt, sind die U-Bahn-Stationen. Gespickt mit Gold und Noblesse zieht sich die Petersburger Metro durch den Untergrund. Fünf Linien befördern die Fahrgäste dabei vom Nevsky Prospekt nach Pushkinskaya und von Dostoevskaya nach Gostiny Dvor &#8212; in einem der tiefsten U-Bahn-Systeme der Welt (laut <a title="Die Petersburger Metro bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metro_Sankt_Petersburg#Tunnel">Wikipedia</a>). Bis zu 100 Meter unter der Erde liegen die Stationen, was vor allem dem instabilen Untergrund des Newa-Deltas geschuldet ist.</p>
<div id="attachment_714" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2685.jpg"><img class="size-medium wp-image-714" alt="Rote Strelka an der blauen Newa." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2685-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Rote Strelka an der blauen Newa.</p></div>
<p>Drittes Beispiel für den demonstrativen Reichtum: die Eremitage. Der Museums- und Palastkomplex erstreckt sich über fünf Gebäude, eines größer als das andere, und zählt heute zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Picasso und da Vinci hängen da im Winterpalast, dem ehemaligen Herrschersitz im Zentrum St. Petersburgs; daneben Werke von Michelangelo, Kandinsky, Rodin. Es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt &#8212; mit (beinahe ausschließlich) europäischen Künstlern. Denn die Gründerin der Kunstsammlung, Katharina II. (jetzt aber die Große), hatte ein Faible für die spanische, die belgische, die italienische Kunst. Weil sie aber ihren Thron nicht unbemannt zurücklassen wollte, reiste sie nicht in den Westen, sondern ließ die westliche Kunst ankarren.</p>
<p>Vor der Eremitage erstreckt sich schließlich das Zentrum des modernen Petersburgs &#8212; der Nevsky Prospekt. Eine gigantische Mischung aus Einkaufsmeile und Hauptstraße. Vierspurig schlängeln sich die Autos dabei zwischen Hugo Boss und H&amp;M hindurch, nur unterbrochen von der bunten Auferstehungskirche oder der Kasaner Kathedrale. Leider stören trotz breiter Gehsteige die Abgase derart, dass uns selbst der von St. Petersburg begeisterte Reiseleiter darauf aufmerksam macht. Umweltzonen? Fehlanzeige. Stattdessen Abfall und Abgase im Wechselspiel mit Gold und Glamour. Brutaler Prunk.</p>
<p>Mir gefällt die Stadt an der Newa: Freundliche Menschen, guter Kaffee (Endlich!), Kunst, Kultur und natürlich das Wasser. Zugegeben, letzteres ist gerade gefroren, aber das Meer vor der Haustüre gefällt mir als &#8220;<a title="Zur Bedeutung des Binnenstaats: Länder ohne Meer-Zugang" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Binnenstaat">Binnenstaatler</a>&#8221; auch in Helsinki sehr gut. Die Mischung aus westlichen Einflüssen gepaart mit russischem Zarenprunk wirkt aber etwas merkwürdig, beinahe ein bisschen aus der Zeit gefallen.</p>
<div id="attachment_715" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2686.jpg"><img class="size-medium wp-image-715" alt="Mit der Fähre gen St. Petersburg." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2686-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Mit der Fähre gen St. Petersburg.</p></div>
<p>Apropos Zeit: An die frühere Sowjetunion erinnert übrigens recht wenig &#8212; zumindest aus optischer Sicht. Die meisten der pompösen Gebäude stammen aus der Zeit vor Lenin und Stalin; sie sind Überbleibsel großer russischer Zaren und Kaiserinnen. Bei Führungen und Erzählungen ist die UdSSR hingegen allgegenwärtig. Keine Erklärung ohne Verweis auf die Oktoberrevolution, auf den eisernen Vorhang, auf den zwischenzeitlichen Namen der Stadt (&#8220;Leningrad&#8221;).</p>
<p>Letzteren haben die Petersburger übrigens im Rahmen einer Volksbefragung 1991 wieder abgeschafft, kurz nach dem Fall der Mauer und der Sowjetunion als ganzes. Seither heißt die zweitgrößte Stadt Russlands wieder St. Petersburg. Da passt auch, dass sich David Hasselhoff zeitgleich zu unserem Besuch <a title="Artikel zu Hasselhoffs Berlin-Besuch bei Süddeutsche.de" href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/baywatch-star-in-berlin-hasselhoff-protestiert-fuer-erhalt-der-east-side-gallery-1.1626756">zum geplanten Abriss der Berliner East Side Gallery äußert</a>. &#8220;Es ist wichtig, dass wir diese Erinnerung bewahren&#8221;, hat er gesagt. Und Recht hat er.</p>
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		<title>Im Polarexpress</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 17:43:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Lappland]]></category>

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		<description><![CDATA[Kiefer um Kiefer, gelegentlich ein paar Fichten. Dazu Schnee soweit das Auge reicht. So präsentiert sich Finnland, begibt man sich auf den Weg in Richtung Norden. Die Szenerie ist vornehmlich weiß und grau, das Bild ist eintönig. Die abertausenden Seen &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/im-polarexpress/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kiefer um Kiefer, gelegentlich ein paar Fichten. Dazu Schnee soweit das Auge reicht. So präsentiert sich Finnland, begibt man sich auf den Weg in Richtung Norden. Die Szenerie ist vornehmlich weiß und grau, das Bild ist eintönig. Die abertausenden Seen sind zugefroren und &#8212; wie die wenigen (bunten) Häuser &#8212; mit Schnee bedeckt. Und dazwischen immer wieder Bäume. Vierzehneinhalb Stunden lang.</p>
<div id="attachment_661" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1615.jpg"><img class="size-medium wp-image-661" alt="Idyllische Einöde." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1615-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Idyllische Einöde.</p></div>
<p>Wir verlassen Helsinki am Abend mit dem Bus, passieren Lahti und Jyväskylä. Aus Sicht der Hauptstadt-Bewohner befinden wir uns damit bereits in der Mitte Finnlands; aus geografischer Sicht sind wir noch im untersten Viertel. Alles Ansichtssache in einem Land, in dem rund 70 Prozent der Bevölkerung im südwestlichsten Dreieck zwischen Turku, Tampere und der Hauptstadtregion leben.</p>
<p>Weiter durch die Nacht, das Bild unverändert: Kiefern, Fichten, Schnee. Nach rund 600 Kilometern legen wir einen Frühstücksstopp in Oulu ein, anschließend geht es weiter nach Kemi. Zum weltweit größten Schloss aus Schnee und Eis &#8212; Übernachtung möglich aber teuer (rund 300 Euro pro Nacht). Klingt außerdem kalt? Mitnichten: Im Schloss sind es kuschelige minus 3,5 Grad. Draußen ist es kälter. Witzige Notiz am Rande: Im Schloss gibt es einen Raum voller eisiger &#8220;Angry Birds&#8221;. Das (ursprüngliche) Handy-Spiel stammt nämlich aus Finnland.</p>
<div id="attachment_665" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0368.jpg"><img class="size-medium wp-image-665" alt="Eingang Santa-Village" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0368-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Der einzig wahre Weihnachtsmann, direkt am Polarkreis.</p></div>
<p>Nächster Halt in Rovaniemi, der Hauptstadt und zugleich Eingangstor finnisch Lapplands. Eine Kleinstadt mit rund 60 000 Einwohnern, direkt am Polarkreis. Unter ihnen auch der Weihnachtsmann. Der echte und einzig wahre &#8220;joulupukki&#8221; wohlgemerkt! In seinem &#8220;Santa Village&#8221; laufen die Vorbereitungen auf den Dezember das ganze Jahr über. In der Poststelle hat man die Wahl zwischen zwei Briefkästen: &#8220;Versand heute&#8221; oder &#8220;Versand an Weihnachten&#8221;. Auch Rentiere leben hier &#8212; Nasenfarbe: eigentlich grau bis schwarz, dank Schnee aktuell weiß. Rudolph hat wohl heute frei. Es sollten jedenfalls nicht die letzten Rentiere sein, die uns begegnen. Der Eintritt ins Dorf des Weihnachtsmanns ist übrigens kostenfrei, die Begegnung mit Santa ebenfalls. Nur die Erinnerung kostet: Das Foto, gemacht von einem Weihnachtselfen, schlägt mit 25 Euro zu Buche, die digitale Version samt USB-Stick kostet 49.</p>
<div id="attachment_666" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0394.jpg"><img class="size-medium wp-image-666" alt="Eine Hütte wie die unsere. Natürlich ausgestattet mit Kamin und Sauna." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0394-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Hütte wie die unsere, mit Kamin und Sauna. Natürlich.</p></div>
<p>Weitere 250 Kilometer und viele weitere Kiefern und Fichten später erreichen wir unser vorläufiges Ziel: Saariselkä, ein Wintersportort im umgangssprachlichen wie geografischen Norden Finnlands. Die Region gehört zum nordfinnischen Fjell-Gebiet, einer in diesen Breitengraden üblichen Hochgebirgsart. Wobei &#8220;hoch&#8221; (zumindest für Österreicher) hier sehr relativ zu sehen ist, es geht eher um die Zusammensetzung des Bodens. Und noch mehr Geographie: Die Chancen, hier die Aurora Borealis zu sehen, stehen &#8212; auch dank der Jahreszeit &#8212; recht gut. Der erste Versuch scheitert dennoch. Das Wetter!</p>
<p>Besuch im Urho-Kekkonen-Nationalpark, dem zweitgrößten Nationalpark Finnlands. Die Kiefern (Ausschließlich! Saariselkä bildet die Nordgrenze der Fichte.) erstrecken sich hier auf etwa der Fläche Luxemburgs bis nach Russland. Ich bin schwer beeindruckt. Von den Ausmaßen, der Natur, der Unendlichkeit der Kiefer.</p>
<div id="attachment_667" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1442.jpg"><img class="size-medium wp-image-667" alt="Kiefern so weit das Auge reicht. Ein Blick über den Nationalpark." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1442-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Kiefern so weit das Auge reicht. Ein Blick über den Urho-Kekkonen-Nationalpark.</p></div>
<p>Abends sind wir eingeladen. Bei einer Saamenfamilie und ihren Rentieren. Letztere sehen stark mitgenommen aus, was wohl an den Rangkämpfen und der Tatsache liegt, dass Rentiere ihre Geweihe einmal jährlich verlieren. Auch hier keine roten Nasen, dafür eine sehr anschauliche Zahl: Im finnischen Teil Lapplands leben etwa 200 000 Menschen und genausoviele Rentiere. Die Saami-Frau lacht und ergänzt: &#8220;Würden Aliens in Lappland landen, sie könnten meinen, Rudolph regiere die Welt.&#8221; Wie die australischen Schafe oder die österreichischen Kühe haben übrigens auch die lappischen Rentiere alle einen Besitzer und sind entsprechend gekennzeichnet. Und es gilt hier als unhöflich, nach der Größe der Herde zu fragen &#8212; ähnlich wie die Frage nach dem Gehalt in Mitteleuropa.</p>
<p>Im Anschluss starten wir unseren zweiten Versuch, die Aurora Borealis zu erspähen. Klappt um ein Haar; immerhin sehen wir die hellgrauen Umrisse am dunkelgrauen Himmel. Auch dieses Mal stört das Wetter.</p>
<div id="attachment_662" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1643.jpg"><img class="size-medium wp-image-662" alt="bunte Häuser am verschneiten Fjord-Strand" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1643-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Bilderbuchkitsch in Bugøynes, Norwegen.</p></div>
<p>Tags darauf steht ein Ausflug zu den norwegischen Fjorden auf dem Programm. Aus mitteleuropäischer Sicht also eine Fahrt vom Norden in den noch nördlicheren Norden. Ziel ist das Dorf Bugøynes (gesprochen wie ein genuscheltes &#8220;Bügönnes&#8221;) am nordöstlichen Rand der Finnmark. Die heißt so, weil auf einem norwegischen Gebiet, so groß wie Däne<span style="text-decoration: underline;">mark</span> zahlreiche <span style="text-decoration: underline;">Finn</span>en leben. Letzteres liegt wohl an der Grenznähe. Wir befinden uns jetzt rund 500 Kilometer nördlich des Polarkreises, kurz vor dem 70. Breitengrad (69° 58&#8242; N). Auf dem Weg begegnen wir zahlreichen Rentieren, wobei keines nach kürzlich geleistetem Rangkampf aussieht. Vielleicht sind Rentiere an der Grenze zu Norwegen und damit einer Außengrenze der EU etwas vorsichtiger und friedliebender, quasi Pazifisten-Rudolph. Übrigens steht an der Grenze der einzige intakte Zaun &#8212; für die Tiere wohlgemerkt, Grenzkontrollen gibt es keine.</p>
<p>Kaum sind wir auf norwegischem Boden, ändert sich auch die Umwelt. Bäume werden rarer, die Landschaft hügeliger, Preise teurer. Und kaum kommen wir bei den Fjorden und dem Dorf mit den fast schon kitschig bunten Holzhäuschen an, strahlt uns auch die Sonne entgegen. Ich bin, mal wieder, schwer beeindruckt. Von der Stimmung, der Natur, der Verwinkelung der Fjorde. Übrigens sind letztere bis zu 200 Meter tief und &#8212; aufgrund des Golfstroms &#8212; nicht gefroren. Haben wir prompt genutzt und sind, stilecht nach dem Saunabesuch, baden gegangen. Bei etwa 5 Grad Wasser- und minus 10 Grad Luft-Temperatur im arktischen Ozean der norwegischen Fjorde.</p>
<div id="attachment_663" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1776.jpg"><img class="size-medium wp-image-663" alt="Aurora Borealis" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1776-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Es grünt so grün, wenn Lapplands Lichter glüh&#8217;n.</p></div>
<p>Auf dem Rückweg dann ein kurzer Halt in Inari, dem Zentrum der finnischen Saami-Kultur: Hier stehen Parlament und offizieller Souvenir-Shop. Abends ein erneuter Versuch, mit der Aurora Borealis Bekanntschaft zu schließen. Und dieses Mal klappt es. Zunächst schwach, mit grünem Schimmer am Horizont. Gute drei Stunden später, nachts um halb Vier, nehmen die Aktivitäten am Himmel aber zu. Grüne Lichter tanzen lautlos durch die Nacht. Es sieht ein bisschen so aus, als hätte Darth Vader sein rotes gegen ein grünes Lichtschwert getauscht und versucht nun, von außen die Welt wie eine Melone aufzuschneiden. Einer Erzählung der Saamen nach eilt übrigens ein Fuchs mit brennendem Schwanz gen Norden und streift währenddessen immer wieder die Erde. Die Aurora bewegt sich dabei derart rasant, dass man mitspazieren, dem Licht am Himmel folgen kann. Zum letzten Mal auf dieser Reise bin ich schwer beeindruckt. Vom Darth-Vader-Fuchs Lapplands, der mächtigen Natur, der Unwichtigkeit des Menschen.</p>
<p><em>Übrigens</em>: Mehr Bilder gibt es, wie gehabt, unter <a title="Fotos bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/drphotomario/8557222540/lightbox/">http://flickr.com/drphotomario</a>.</p>
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		<title>Leere Ränge</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 17:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Lahti]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hügel ist nicht hoch genug. Es wird deshalb ein Kran ausgefahren, an dessen oberem Ende eine Plattform montiert ist. Darauf stehen, dick eingepackt, eine Handvoll Männer. Alexander Pointner ist einer von ihnen. Wie die anderen zieht auch er allenthalben &#8230; <a href="http://marioonline.at/2013/leere-range/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hügel ist nicht hoch genug. Es wird deshalb ein Kran ausgefahren, an dessen oberem Ende eine Plattform montiert ist. Darauf stehen, dick eingepackt, eine Handvoll Männer. Alexander Pointner ist einer von ihnen. Wie die anderen zieht auch er allenthalben eine kleine Fahne aus dem Anorak und hält sie in den Wind. Dann wartet er. Auf das Abflauen von Böen oder die passende Windrichtung. Schließlich nickt der Trainer des österreichischen Skisprungteams, schaut Gregor Schlierenzauer dabei zu, wie dieser auf den Schanzentisch zufährt und ruft ihm, mit sehr lang gezogenem &#8220;i&#8221; und ganz der Tiroler, hinterher: &#8220;Ziiiag!&#8221; <em>(Für Nicht-Tiroler: &#8220;Zieh!&#8221;)</em></p>
<div id="attachment_640" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_2068.jpg"><img class="size-medium wp-image-640" alt="Skisprungschanze mit deutscher Fahne" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_2068-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Lahti gehört an diesem Sonntag Deutschland. Dank Richard Freitag (Start, 2. Durchgang).</p></div>
<p>Hilft aber nicht &#8212; zumindest nicht heute. Schlierenzauer landet auf dem 15. Platz und verpasst damit die vorzeitige Entscheidung im laufenden Weltcup. In Lahti dominieren an diesem Tag Deutsche und Norweger, allen voran Richard Freitag. Der kommt mit 128,5 Metern im zweiten Durchgang nahe an den Schanzenrekord heran, einst von Andreas Widhölzl, ebenfalls ÖSV-Springer, aufgestellt. Aber eben nur nahe (auch aufgrund des Windfaktors). Lauri Asikainen landet als bester finnischer Springer auf Rang 44, Heimvorteil hin oder her.</p>
<p>In Summe also ein wenig spannender Wettkampftag in Lahti, wenn auch ein sehr sonniger. Möglicherweise wussten das sportbegeisterte Finnen bereits im Vorhinein, jedenfalls spiegelte das Publikum die fehlende Spannung perfekt wider: Geschätzte 600 Menschen fanden den Weg zur Salpausselkä-Schanze, die eigentlich rund 60000 Zuschauern Platz bietet. Das ist vermutlich auch der Grund für die vielen Nahaufnahmen bei der Fernsehübertragung &#8212; leere Tribünen.</p>
<div id="attachment_641" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1982.jpg"><img class="size-medium wp-image-641" alt="Der Wettkampf in vollem Gang (Ehrlich!), die Ränge leer." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_1982-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Der Wettkampf ist in vollem Gang (Ehrlich!), die Ränge sind menschenleer.</p></div>
<p>Man praktiziert Sport hier offensichtlich lieber aktiv (vorzugsweise Langlauf, aber auch Wandern und Eislaufen). Das zeigt sich auch an der Begeisterung in den Stadien: Beim Eishockeyspiel zwischen Helsinkis IFK und den Pelicans aus Lahti sind die Kufen auf dem Eis mit Abstand das Lauteste in der Halle. In der Pause ist selbst das Rascheln der &#8220;Pompons&#8221; (Puschel) der &#8212; natürlich überwiegend blonden &#8212; Cheerleaderinnen zu hören. Und das trotz mehr oder weniger ausverkauftem Spiel. Kein Vergleich zu österreichischen Skispektakeln oder gar der Stimmung in deutschen Fußballarenen.</p>
<p>Das liegt möglicherweise am Alkohol &#8212; der ist nämlich auf finnischen Tribünen verboten. Bier und Co gibt es hier nur an den Ständen abseits der Ränge, von wo aus man das Spielgeschehen nicht wirklich mitverfolgen kann. Oder es spiegelt schlicht die typisch finnische Mentalität wider: Man ist gerne selbst aktiv, in Ruhe und für sich; und lässt andere ihrer Aktivität ebenfalls in Ruhe nachgehen. Eine Eigenschaft, der ich zwar viel abgewinnen kann, die aber im Stadion etwas befremdlich wirkt.</p>
<div id="attachment_647" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/2013-02-19-18.32.24.jpg"><img class="size-medium wp-image-647" alt="Eishockeyspiel in Helsinki" src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/2013-02-19-18.32.24-300x199.jpg" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Die Ruhe während des Sturms.</p></div>
<p>Auch die <a title="Finnische Fernsehmessungen bei finnpanel.fi" href="http://www.finnpanel.fi/en/tulokset/tv/vuosi/top/2012/yle1.html">Einschaltquoten</a> der Sportübertragungen im Fernsehen lassen vermuten, dass Finnen weniger begeistert gegenüber passivem Sportvergnügen sind als Bewohner anderer europäischer Länder. Zwar finden sich zahlreiche Eishockey-Übertragungen, vornehmlich Spiele zwischen Finnland und Schweden, unter den meist-gesehenen Sendungen; Platz eins gehört aber regelmäßig dem &#8220;Itsenäisyyspäivän vastaanotto&#8221;, dem jährlichen Empfang im Präsidentenpalast am Nationalfeiertag (6. Dezember). Eine Veranstaltung, die zumindest optisch stark an den Wiener Opernball erinnert. Dahinter folgen Wahl-Berichterstattungen sowie die jährlich aus Turku an Weihnachten übertragene Friedensproklamation (&#8220;Suomen Turku julistaa joulurauhan&#8221;). Erst dann kommt der Sport.</p>
<p>Anders ist das etwa in Deutschland, wo Fußball schon lange &#8220;Wetten, dass &#8230;?&#8221; von den Top-Rängen der erfolgreichsten Fernsehsendungen verdrängt hat. Auch in Österreich holt neben den Nachrichtensendungen vor allem der (Winter-) Sport Leute vor die Fernsehgeräte. Schade eigentlich, bei der ganzen Natur, die draußen auf einen wartet. So gesehen haben die Finnen, sofern die Theorie der sportlichen Aktivität stimmt, vollkommen recht: Lieber durch die traumhafte Winterlandschaft langlaufen, als vermeintlichen Nationalhelden auf dem Bildschirm folgen. Man könnte sich ein Beispiel &#8212; oh, das Skispringen in Kuopio fängt an.</p>
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		<title>Programmhinweis</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 20:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Haim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandssemester]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kurzer Programmhinweis in eigener Sache: Fotos von mir aus Helsinki und Umgebung gibt es jede Menge. Eine kleine Auswahl findet sich &#8212; gelegentlich aktualisiert &#8212; auf meiner Flickr-Seite.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_629" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0137.jpg"><img class="size-medium wp-image-629" alt="Fluchtweg. Im Schloss von Turku." src="http://marioonline.at/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0137-300x200.jpg" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Fluchtweg. Im Schloss von Turku.</p></div>
<p>Ein kurzer Programmhinweis in eigener Sache: Fotos von mir aus Helsinki und Umgebung gibt es jede Menge. Eine kleine Auswahl findet sich &#8212; gelegentlich aktualisiert &#8212; auf meiner <a title="Fotos bei Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/drphotomario/">Flickr-Seite</a>.</p>
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